Monats-Archive: Dezember 2009

Nichts erreicht und alle reden vom Erfolg

Statt Fortschritt und der Abwendung der Klimakatastrophe, die auch die Verweigerer wie China und die USA besonders treffen wird, ist die Menschheit um mehr als 13 Jahre in Sachen Klimaschutz zurückgeworfen worden. Auch wenn alle Beteiligten es schön reden, wir stehen heute in Sachen Klimaschutz weit vor dem „Kyoto Protokoll“ vom 19. Dez. 1997.

„Tödliche Hitzewellen, versinkende Küstenstädte, Dürren, Hungersnöte – die Folgen der globalen Erwärmung drohen katastrophal zu werden. Trotz aller Warnungen bläst die Menschheit immer mehr Treibhausgase in die Luft. Kann die Kehrtwende noch gelingen?“

Diesen Artikel und mehr zum Thema Erderwärmung finden Sie unter

http://www.spiegel.de/thema/klimawandel/

Hutschenreuther AG– eine alte Tradition geht zu Ende

Hutschenreuther  AG– eine alte Tradition geht zu Ende.

Lorenz Hutschenreuther, der am 8. Mai 1817 in Hohenberg an der Eger das Licht der Welt erblickte, heiratete 1843 die Kaufmannstochter aus Altenberg-Thüringen.

Nach einer profunden Ausbildung im elterlichen Betrieb, entschied sich Lorenz im Jahre 1857 den väterlichen Betrieb der Porzellanfabrik  Carl Magnus Hutschenreuther AG, Hohenberg zu verlassen. Er wollte eigene Wege gehen und gründete so Anno 1857 seine eigene Firma. Wie so oft in Traditionshäusern, sind sich die Generationen nicht immer einig. So auch im Hause Hutschenreuther geschehen. Lorenz Hutschenreuther hatte schon früh das Bestreben gezeigt, sich wirtschaftlich möglichst unabhängig von seinem Elternhaus zu machen. Zumal sein Vater, der im November 1845 verstarb, nicht ihm, seinem Sohn Lorenz, die Unternehmensleitung testamentarisch übertrug, sondern vielmehr seiner Mutter Johanna Hutschenreuther, geb. Reuß. Sein Vater wusste um die großen Verdienste seiner lieben Frau. Er hatte sie und ihren Schaffensdrang, ihre Klugheit und ihre Umsichtigkeit  immer sehr zu schätzen gewusst und war voller Anerkennung für sie und er verehrte seine Frau Johanna.

Schon im Jahre 1843, also noch zu Lebzeiten von Carl Magnus Hutschenreuther, reichte Lorenz ein Gesuch um die Genehmigung von Handelsassoziationen ein, sowohl mit seinem Vater, als auch mit seiner Schwiegermutter, der Schnittwarenhändlerin Wilhelmine Heßner.

Lorenz Hutschenreuther, der auch den Schaffensdrang und die unternehmerischen Fähigkeiten seines Vaters geerbt hatte, konnte sich im elterlichen Betrieb weder  richtig mit seinen neuen Ideen verwirklichen und seine Ideen durchsetzen. So plante er bereits im Jahre 1855, seine eigene Porzellanmanufaktur zu eröffnen. Zu diesem Zwecke knüpfte er bereits jetzt die ersten Verbindungen zum Magistrat der Stadt Selb.

Als dann im Jahre 1856 die Stadt Selb durch ein verheerendes Feuer fast vollkommen zerstört wurde, mit dem über die Bevölkerung von Selb ein unbeschreibliches Leid herein brach, bereitete gerade dieses Unglück Lorenz Hutschenreuther den Weg für seine neuen Visionen.

Denn Selb war eigentlich eine Webereistadt. Doch mit dem Feuer verbrannten nicht nur die primitiven Behausungen der Bevölkerung, sondern auch ihre Lebensgrundlage, die Webstühle. Da es nun für die Überlebenden keinerlei Erwerbsmöglichkeit mehr gab, war der Stadtmagistrat von Selb froh gewesen, dass er Lorenz Hutschenreuther kurz vor Ausbruch der Katastrophe eine Zuzugsgenehmigung erteilt hatte. Nun wurde mit Hochdruck der Verwirklichung der Pläne von Lorenz Hutschenreuther gearbeitet.

Am 11. Februar 1857 reichte er sein Gesuch zur Konzessionierung seiner neuen Porzellanfabrik (Porcellainfabrik) bei der Stadt Selb ein. Sogleich verließ er noch im gleichen Jahr die elterliche Manufaktur in Hohenberg.

Er hatte sein Ziel erreicht. Denn er erhielt bereits am 10. August 1857 seine Konzession zur Errichtung seiner Porzellanfabrik in Selb von der königlichen Regierung von Oberfranken in Bayreuth, im Namen seiner königlichen Majestät, des Königs. So kauf er im Dezember des gleichen Jahres von seinem Erbanteil die Ludwigsmühle, wo seine Porzellanfabrik ihren Anfang nahm.

Schon 1859 ging seine neue Fabrik mit einem Brennofen und ca. 50 Arbeitern in Betrieb, was Lorenz Hutschenreuther jedoch noch nicht zufrieden stellte. Seine Vision war es, eine breite Kundschaft mit seinem Porzellan glücklich machen zu können und da seine Fabrik bereits über eine Dampfmaschine und über Wasserkraft verfügte, gelang ihm bald die fabrikmäßige Herstellung seiner Erzeugnisse.

Die ersten großen Erfolge konnte er bereits 1860 verzeichnen, als er seine neue Kollektion zum ersten Mal als Aussteller der Leipziger Messe vorstellte.  Da sein Werk nur einen Brennofen besaß, konnte seine Fabrik den Ansturm kaum bewältigen. So wurden schon bald neue Brennöfen gebaut, sowie der Dekorbetrieb vergrößert. Bald schon war es Lorenz möglich, immer feineres Porzellan zu fertigen und er begann sein Porzellan mit einem Prägestempel, der sein Monogramm „L.HR.“  enthielt, zu versehen.

1872 konnte Lorenz Hutschenreuther seinen ersten richtigen Katalog in Selb herausbringen, der fast die gesamte Kollektion zeigte. Als Lorenz 1877 erkrankte, zog er sich mehr und mehr aus der Geschäftsleitung zurück. Diese überließ nun seinen Söhnen, Viktor, der 1854 geboren wurde und dem 1860 geborenen Eugen, sowie seinem treuen Teilhaber Hans Papst, der 1964 in die Manufaktur eintrat.

Lorenz konzentrierte sich nun mehr auf das Künstlerische. So begann er 1880 eine künstlerische Zusammenarbeit mit dem in München lebenden Leopold Gmelin, aber er hielt auch Kontakt zu anderen Künstlern. Schon bald sollte sich die Verbindung zu Professor Leopold Gmelin als erfolgversprechend erweisen, denn beide erhielten in Nürnberg anlässlich einer Gewerbeausstellung, eine Goldmedaille für das best dekorierte Tafelservice.

1885 wurde Lorenz Hutschenreuther zum Ehrenbürger der Stadt Selb ernannt. Nur sieben Jahre Später wurde aus der Fabrik Hutschenreuther in Selb eine Aktiengesellschaft.

Der Bildhauer Karl Tutter und sein Kollege und technischer Leiter der künstlerischen Abteilung gelang es bald, die Leistungsfähigkeit sowohl in Qualität, als auch in der Quantität zu steigern.

Als im Jahre 1926 die Stadt Selb ihr 500-jähriges Stadtjubiläum feierte, wurde Lorenz Hutschenreuther als der Begründer des Weltrufes für die Porzellanstadt Selb in einer Festschrift geehrt.

Doch Lorenz wollte noch mehr erreichen. So erwarb die Hutschenreuther AG im Jahre 1927, sowohl die bekannte Porzellanfabrik Tirschenreuth, sowie die Porzellanfabrik der Geb. Bauscher in Weiden. Der frühere Generaldirektor der Porzellanmanufaktur Meissen, Max Adolf Pfeiffer, wurde 1934 künstlerischer und technischer Berater der Lorenz Hutschenreuther AG in Selb. Er konnte namhafter Bildhauer für Hutschenreuther gewinnen und so war es nicht verwunderlich, dass Hutschenreuther 1937 wieder eine Goldmedaille erhielt, dieses Mal in Paris, wo eine Weltausstellung für Porzellan stattfand.

Der Krieg veränderte zuerst alles. Doch schon 1946 konnte Hutschenreuther in fast allen Betrieben die Produktion wieder aufnehmen, wenn auch nur mit kleinen Programmen. Größere Lieferungen ging an das amerikanische Hauptquartier in die US Zone, wie ein Siegel mit der Unterbetitelung „Kunstabteilung US ZONE“ belegt, die von 1946 – 1948  Verwendung fand.

1957 feierte man das 100-jährige Bestehen der Hutschenreuther AG, an deren Spitze nun Dr. Rudolf  Sies sen., Ernst Schwabach und Christian Modrack saßen.

1969 konnte die Lorenz Hutschenreuther AG die Mehrheit des elterlichen Betriebs, der C.M. Hutschenreuther in Hohenberg erwerben, woraufhin die Firma nur noch unter Hutschenreuther AG firmierte.

Einem Artikel im Tagesspiegel, der am 2.8.2000 erschien, war zu entnehmen, dass die Porzellanfabrik Rosenthal AG am 1.8.2000 die Löwenmarke übernommen habe. Durch die Rosenthal AG konnte die Löwenmarke Hutschenreuther als traditionsreiche Marke weiter international ausgebaut werden.

2009 Bekanntgabe der Rosenthal AG, dass auch dieses traditionsreiche Haus einen Insolvenzantrag stellen musste, als Folge einer nie dagewesenen Wirtschaftskrise.

Hier gehts zu meiner Homepage voll mit Hutschenreuther-Geschirr:

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